Erfahren Sie mehr über die Stuhlflechterei Rattanburg in Dortmund

Den großen Schaukelstuhl, an die 150 Jahre alt und aus dem Bergischen Land, hat er von einer Kundin geschenkt bekommen.  Der Sitzstuhl, den er gerade bearbeitet, hat ebenfalls 90 bis 100 Jahre überdauert, aber jetzt ist das Geflecht durch und muss erneuert werden. Wilhelm Burg Junior ist Korbmacher in 6. Generation – und der letzte seiner Zunft in Dortmund.

Die Stuhlflechterei an der Stockumerstraße 342 in Dortmund

Stuhl flechten mit BinsenStuhl flechten mit Binsen Das kleine Zeltdorf an der Stockumer Straße 342 ist kaum zu übersehen. Wer durch den Eingang geht, gelangt nicht etwa in einen geschlossenen Verkaufsraum, sondern findet sich unvermittelt unter großen Zeltdächern wieder. Überall Stühle, Körb und Rattanmöbel. Brot- und Einkaufskörbe, Katzenkörbe, Hundekörbe und Waschkörbe, Regalkörbe und Truhen aus Rattan. Alles fein geflochten und sehr stabil. Handarbeit eben. Seit 1853 existiert der Betrieb, und Wilhelm Burg Junior führt ihn in sechster Generation. Er kann sich gut erinnern, wie der Vater und andere früher mit großen Wagen über Lande zogen, voll beladen mit selbst gemachten Körben, und die Kinder liefen neugierig hinterher.

Doch diese Zeiten sind vorbei, die Moderne hat ihn längst eingeholt. Das hatte sich schon  angedeutet, als die Familie vor 44 Jahren vom Niederrhein nach Dortmund zur Ardeystraße zog und später zur Stockumer Straße umsiedelte. Die Konkurrenz im traditionellen Korbmacher-Gebiet zwischen Mönchengladbach und Aachen sei einfach zu groß gewesen, sagt er. Hier, in Dortmund, gibt es zwar auch Möbelhäuser, die einen Teil der Kundschaft wegfischen. Aber einen zweiten Korbmacher alter Schule, der mit flinken Fingern gekonnt und sicher das Material zu einem kunstvollen und homogenen Geflecht über den Stuhl spannt, den gibt es in Dortmund nicht mehr.

Rattanburg ist der einzige Korbmacher in Dortmund

Wiener-Geflecht flechtenWiener-Geflecht flechten Der Weihnachtsmarkt im Winter und der Hansemarkt im Herbst sind für Wilhelm Burg schon lange keine Verkaufs- und Präsentationsbühne mehr. Früher schon. „Mit der Zeit sind es immer mehr Korbmacher geworden“. Ein Rückzug in Raten ist das nicht unbedingt. Wohl aber ein Sieg der Erkenntnis, dass die Standgebühren notwendigen Sparmaßnahmen geopfert werden müssen. Lange galt die Korbflechterei als aussterbender Beruf. Vielleicht wendet sich das Blatt gerade wieder:  Einige seiner Kollegen aus Norddeutschland sprechen bereits von „einer Renaissance.“ Das Handwerk, es gibt rund 250 hauptberufliche Korbmacher bundesweit, werde gerade wiederentdeckt. Viele Menschen wollten nachhaltige Produkte kaufen, die lange halten. Und ein Korb halte eben viele Jahre und sei zu 100 Prozent ein Naturerzeugnis. Und ganz nebenbei produziere der Beruf weder Müll noch Abgase.

Kreativität und Liebe zur Flechterei…

Wiener-Geflecht flechtenWiener-Geflecht flechten … für Burg gute Gründe, seine Lehre als Zahntechniker abzubrechen und zu den Wurzeln seiner Familie zurückzukehren. „Ich mag es, mit Naturprodukten zu arbeiten.“  Heutzutage kann Wilhelm Burg Vorträge halten: über „Wiener Geflecht“, über Sonnengeflecht, über Chippendale- und Binsengeflecht. Er leimt, beizt, schleift und lackiert. Er schnappt sich einen kaputten Stuhl und ein Messer und kratzt die Reste des Geflechtes aus dem Rand, bis alle Löcher frei liegen. Er zählt. „ . . . 19, 20, 21. Das ist optimal.“ Vorsichtig beginnt er, neue Stränge durch die Löcher zu ziehen, von oben nach unten. Er hat das Material zuvor eingeweicht, um ihm Elastizität zu geben. Die kleinen Stränge aus Rattan, hergestellt aus der ostasiatischen Rotangpalme,  sind nicht mal so dick wie ein Streichholz, aber ungleich stabiler. Korbflechter Burg zeigt auf einen Schaukelstuhl: „Der verträgt Zentner.“

Korbflechten zählt zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten des Menschen

Flechtmaterial in Bohrloch einfädelnFlechtmaterial in Bohrloch einfädeln Korbflechten (und damit sind auch Stühle gemeint) zählt zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten des Menschen. In den Trockengebieten des Nahen Ostens sind rund 12 000 Jahre alte Körbe gefunden worden, was Experten zu dem Schluss führt: Die Korbmacherei sei noch älter als das Töpfern. Kunststück: Die ersten Töpferwaren entstanden aus Körben, die mit Lehm abgedichtet waren, im Feuer gebrannt wurden und so Stabilität bekamen. Das Korbmachen gehört zu jenen Handwerksberufen, die am wenigsten Spezialwerkzeug benötigen, in der Regel Schere, Messer, Zollstock, Schlageisen und Ausstecher. Vielleicht hat das den Ausschlag gegeben, dass einfache Körbe bis in die Neuzeit auch von Bauern gefertigt werden, die sich als Heimarbeiter ein Zubrot verdienten. Hauptberufliche Korbflechter, organisiert in Zünften, sind erst seit dem 16. Jahrhundert belegt. Da wuchsen die Städte, und mit ihnen der Bedarf an Körben. Denn die zählten vor der Erfindung des Plastiks zu den meist verbreiteten Behältern für den Transport.

6 bis 8 Stunden Handarbeit – dann ist der Stuhl repariert

Flechtmaterial wie Binsen und RattanFlechtmaterial wie Binsen und Rattan Die ersten Stränge sind gezogen, und Burg blickt auf die ersten Stränge jenes Geflecht, das das die Sitzfläche bilden wird. Er sinniert: „Der Stuhl wird mit Sicherheit eine Geschichte haben.“ Ein junges Paar hat ihn gebracht. Ein Erbstück vielleicht. Der Korbmacher will sagen: Der ideelle Wert wiegt für seine Kunden offenbar schwerer als der tatsächliche. Denn natürlich berät er, ob sich eine Reparatur noch lohnt. Die kann bei 8 oder 9 Euro liegen oder zwischen 50 und 120 Euro, je nach Aufwand. Mögen seine privaten Kunden auch aus allen Altersschichten kommen und viele außerhalb von Dortmund wohnen: Burg stellt seinen Betrieb lieber auf breite Füße. Da ist eben als Großkunde auch die Stadt Dortmund, die für den Ausbau der Kindergärten verstärkt Möbel aus Rattan ordert. Da ist als Großkunde beispielsweise die Polizei, die mitunter ebenfalls bei ihm fertigen lässt.

6 bis 8 Stunden Handarbeit, dann ist der Stuhl repariert. Das junge Paar kann sein geliebtes Möbelstück wieder abholen. Und man kann wieder drauf sitzen. Korbmacher Wilhelm Burg freut sich, wenn seine Kunden zufrieden sind.

Das sagen unsere Kunden:

Man trifft heutzutage nur noch ganz selten Menschen, die wirklich mit dem Kunden zusammen überlegen, nicht immer die teuerste Version durchsetzen und tatsächlich auch an der Reparatur des Möbelstücks interessiert sind. Das ist bei der Firma Rattanburg der Fall. Herr Burg ist hilfsbereit und kreativ in seinen Ideen, hört sehr genau zu, wenn der Kunde seine Wünsche äußert und ist erst zufrieden, wenn er eine Lösung gefunden hat - ein "geht nicht" gibt es nicht. Hinzu kommt seine große Sachkenntnis, wie die Möbel zu pflegen sind, er gibt viele Tipps, wie man sachgerecht mit seinen Schätzen umgehen kann. Sehr empfehlenswert!

Katja Schaller
Dezember, 2013 auf Google+


Sehr geehrte Damen und Herren,

für die fachgerechte Reparatur unseres "Wiener Kaffeehaus Stuhles" von Thonet bedanken wir uns ganz herzlich.

Die telefonische Beratung vor der Reparaturannahme war sehr gewissenhaft. Der Versand klappte hervorragend und die Reparaturdauer war trotz der vorweihnachtlichen Hektik sehr zufriedenstellend.

Der Rückversand wurde telefonisch angekündigt und erfolgte promt und zuverlässig.

Das Ergebnis der Reparatur ist tadellos, sogar die farbliche Anpassung des Gefelchtes an die alterbedingte Verfärbung ist hervorragend gelungen.

Wir sind äußerst zurfoirden und können diesen Handwerksbetrieb sehr empfehlen.

Mir freundlichen Grüßen
Norbert Bußmann
am 8.1.2014 via E-Mail


Sehr geehrter Herr Burg,

wir haben leider keine Rubrik für Lobeshymnen in Ihrer Homepage gefunden. Deshalb wählen wir diesen Weg, um uns herzlich für die exzellente handwerkliche Arbeit zu bedanken. Nicht nur, dass die Sitzfläche professionell neu geflochten ist – nein – Sie haben sogar die Farbe des Geflechts perfekt an die bereits etwas dunkler gewordene Rückenlehne angepasst. Kompliment für diese außerordentlich gut gelungene Arbeit.

Allen anderen potentiellen Interessenten möchten wir sagen, dass – selbst wenn die Fa. Rattanburg noch nicht vollständig mit den neuesten Methoden des E-Commerce vertraut ist – hier ein deutsches Unternehmen etabliert ist, dass Zuverlässigkeit mit außergewöhnlich guter handwerklicher Arbeit kombiniert. Versenden eines Reparaturauftrags vom Bodensee nach Dortmund, schnelle Bearbeitung des Auftrags und Rücksendung des Flechtwerks von Dortmund nach Überlingen haben zu unserer vollen Zufriedenheit funktioniert. Gerne wieder!

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre weitere Geschäftstätigkeit

Ursula und Michael Häusing
2014, Überlingen, Bodensee – via E-Mail


Wir möchten Ihnen die Reparatur Ihrer Stuhlgeflechte so unkompliziert und komfortabel wie möglich machen.

Deswegen bieten wir Ihnen einen kostenlosen Hol- und Bringdienst für Ihre Stühle, Heizungsverkleidungen, Bänke und mehr im Ruhrgebiet an. Bei uns zahlen Sie nur die Stuhlgeflecht-Reparatur.

Egal, wie viele Stühle Sie reparieren lassen wollen – wir holen Sie bei Ihnen zuhause ab und bringen Sie Ihnen repariert wieder zurück.

Wir sind in ganz Nordrhein-Westfalen für Sie da. So sparen Sie wertvolle Zeit und nervenaufreibenden Koordinationsaufwand. Nutzen Sie Ihre Zeit anders, während wir Ihre alten Lieblingsstücke wieder zu Prunkstücken machen.

Damit Sie keine böse Überraschung erleben, vereinbaren wir nach persönlicher Absprache einen Festpreis. So wissen Sie bereits vor Auftragserteilung, wieviel auf der Rechnung steht.